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Gran Canaria in 1 Woche: Maspalomas, der Roque Nublo und Las Palmas

Gran Canaria ist die Insel, die die Einwohner mit mehr Recht als jede andere Kanareninsel „Miniaturkontinent“ nennen: innerhalb einer Autostunde geht es von den Sahara-ähnlichen Dünen von Maspalomas zu den Bergkiefern rund um den Roque Nublo auf 1.800 Metern, dazwischen eine koloniale Hauptstadt, seit Jahrtausenden bewohnte Schluchten und zweiunddreißig erfasste Mikroklimazonen auf einer Insel von fünfzig Kilometern Durchmesser.

Auf einen Blick

  • Dauer · 7 volle Tage, plus Flug
  • Basis · Las Palmas (Stadt, Norden) oder der Süden (Maspalomas/Meloneras), je nachdem ob man Kultur oder Strände bevorzugt
  • Budget · 500-900 Euro pro Person vor Ort
  • Auto · für das bergige Landesinnere praktisch unverzichtbar: die Straßen sind gut, aber kurvenreich
  • Saison · mildes Klima das ganze Jahr über, wobei der Norden wolkiger ist (die „panza de burro“, der Eselsbauch, die Wolkendecke, die Las Palmas oft überzieht) und der Süden fast immer sonnig
  • Gut zu wissen · fast die Hälfte der Inselfläche ist UNESCO-Biosphärenreservat

Gran Canaria ist fast kreisrund, fünfzig Kilometer im Durchmesser: vom bergigen Zentrum geht es in jeder Richtung in weniger als einer Stunde zum Meer hinunter.

Tag 1 — Las Palmas: Vegueta und Las Canteras

Ganzer Tag · die bevölkerungsreichste Stadt der Kanaren

Una casa storica nel quartiere coloniale di Vegueta
Una casa storica nel quartiere coloniale di Vegueta · Foto di Bengt Nyman from Vaxholm, Sweden — CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Vegueta ist der ursprüngliche Kern von Las Palmas, gegründet 1478 : gepflasterte Gassen, Innenhöfe und die Kathedrale Santa Ana, begonnen in Gotik und nach vier Jahrhunderten unterbrochener Bauarbeiten in Neoklassizismus vollendet. Die Casa de Colón , heute ein Museum, erinnert daran, dass Christoph Kolumbus 1492 hier anlegte, um das Ruder der Pinta zu reparieren, bevor er den Atlantik überquerte — die Kanaren waren der letzte europäische Hafen vor Amerika, und diese Brückenfunktion hat die gesamte Geschichte des Archipels geprägt.

La spiaggia urbana di Las Canteras, protetta da una barriera naturale
La spiaggia urbana di Las Canteras, protetta da una barriera naturale · Foto di Bengt Nyman — CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Auf der anderen Seite der Landenge ist Playa de las Canteras einer der besten Stadtstrände Europas: drei Kilometer goldener Sand, geschützt durch La Barra , eine natürliche Barriere aus Vulkangestein, die die Wellen dämpft und eine ruhige Lagune schafft, in der man wenige Schritte von den Häusern der Stadt entfernt schnorcheln kann.

Tag 2 — Die Dünen von Maspalomas

Ganzer Tag · der Süden der Insel

Le dune di sabbia di Maspalomas, quattrocento ettari nel sud dell’isola
Le dune di sabbia di Maspalomas, quattrocento ettari nel sud dell’isola · Foto di Himarerme — Public domain, via Wikimedia Commons

Die Dünen von Maspalomas bedecken vierhundert Hektar Wanderdünen zwischen Playa del Inglés und dem Leuchtturm von Maspalomas und sind seit 1987 besonderes Naturschutzgebiet: entgegen einer weitverbreiteten Erzählung stammt der Sand nicht aus der Sahara, sondern aus marinen Sedimenten organischen, korallenartigen und muschelartigen Ursprungs, die im Laufe der Jahrtausende durch Strömungen und Winde angehäuft wurden. Der Fußweg vom Strand zum Leuchtturm durchquert das Dünenfeld und ist bei Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang besonders eindrucksvoll, wenn das flache Licht die Kämme zeichnet.

Le dune sono un ecosistema fragile: si cammina solo nei percorsi segnalati e non si raccoglie sabbia. La Charca de Maspalomas, la laguna salmastra accanto al faro, è una tappa importante per gli uccelli migratori fra Europa e Africa.

Tag 3 — Der Roque Nublo und Tejeda

Ganzer Tag · das bergige Herz der Insel

Il monolite vulcanico del Roque Nublo, nel cuore dell’isola
Il monolite vulcanico del Roque Nublo, nel cuore dell’isola · Foto di (Pepelopex) — CC BY-SA 2.5, via Wikimedia Commons

Der Roque Nublo , ein achtzig Meter hoher Monolith aus Vulkangestein, der sich auf 1.813 Metern Höhe erhebt, ist das natürliche Wahrzeichen von Gran Canaria: er war ein heiliger Ort für die Canarii , die Berber-Urbevölkerung, die die Insel vor der kastilischen Eroberung im 15. Jahrhundert bewohnte. Man erreicht ihn über einen leichten Weg von etwa anderthalb Stunden Hin- und Rückweg vom Parkplatz der Degollada de la Goleta; an klaren Tagen sieht man von der Basis aus den Teide von Teneriffa über dem Ozean aufragen.

Il paesaggio montano intorno a Tejeda, con il Roque Nublo sullo sfondo
Il paesaggio montano intorno a Tejeda, con il Roque Nublo sullo sfondo · Foto di Bjoertvedt — CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Tejeda , eines der „schönsten Dörfer Spaniens“, liegt im Zentrum dessen, was der Maler Miguel de Unamuno als „versteinerten Sturm“ bezeichnete: ein Amphitheater erodierter Vulkangipfel. Es ist auch der richtige Ort, um die lokalen Mandelsüßigkeiten zu probieren, eine Spezialität des Ortes, und um nach der Wanderung in einem Bergrestaurant einzukehren.

Tag 4 — Puerto de Mogán und die Westküste

Halber Tag · der meistfotografierte Yachthafen der Insel

I canali e le case bianche di Puerto de Mogán
I canali e le case bianche di Puerto de Mogán · Foto di The original uploader was Gessi694 at German Wikipedia. — CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Puerto de Mogán , wegen der Kanäle, die das Zentrum zwischen weißen Häusern und Bougainvillea durchziehen „kleines Venedig“ genannt, ist ein ehemaliges Fischerdorf, das in den achtziger Jahren mit Augenmaß in einen Yachthafen verwandelt wurde: im Gegensatz zu anderen touristischen Entwicklungen im Süden der Insel hat es niedrige Bauweise und traditionelle Architektur bewahrt. Freitags findet der Wochenmarkt statt, der größte der Gegend.

Die Straße, die die Westküste hinauf nach Agaete führt, ist eine der spektakulärsten der Kanaren, mit Serpentinen hoch über dem Ozean; in Agaete befinden sich die Naturschwimmbecken von Las Salinas und der Hafen, von dem die Schnellfähre nach Teneriffa abfährt.

Tag 5 — Der Barranco de Guayadeque

Halber Tag · die seit Jahrtausenden bewohnte Schlucht

Il canyon di Guayadeque, con le sue case trogloditiche
Il canyon di Guayadeque, con le sue case trogloditiche · Foto di Tony Hisgett from Birmingham, UK — CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Der Barranco de Guayadeque ist eine tiefe Schlucht, die von den Bergen zum Meer hinabführt und seit über fünfzehnhundert Jahren durchgehend bewohnt ist : hier lebten die Canarii in Höhlen, die in den Tuff gegraben wurden , und einige dieser Wohnungen sind noch heute bewohnt, mit Fenstern und modernen Anlagen renoviert, aber immer noch im Fels. Es gibt auch eine in die Wand gehauene Kirche und Höhlenrestaurants, in denen man unter dem Tuffgewölbe isst. Die Schlucht ist auch ein Hotspot der Biodiversität, mit Dutzenden endemischer Pflanzenarten, die nur hier wachsen.

Mangiare a Gran Canaria
Come nel resto delle Canarie, papas arrugadas con mojo accompagnano quasi tutto. Specialità locali: il queso de flor di Guía, formaggio cagliato con il fiore del cardo invece del caglio animale, con denominazione d’origine protetta; il sancocho canario, pesce salato con patate e gofio, piatto della domenica; il ron miel, rum al miele, come digestivo. Un pasto medio costa 15-25 euro a persona.

Was eine Woche kostet

Posten Kosten
Unterkunft, 7 Nächte (mittleres Zimmer) 250-500 Euro
Autovermietung, 7 Tage 120-200 Euro
Eintritte und Museen (Casa de Colón, Besucherzentren) etwa 20-30 Euro
Mahlzeiten, 7 Tage 120-200 Euro
Gesamt vor Ort, pro Person, etwa 500-900 Euro

Preise Stand September 2026, ohne Flug. Wie alle Kanaren wendet Gran Canaria die IGIC statt der spanischen Mehrwertsteuer an.

Häufige Fragen

Gran Canaria oder Teneriffa – was ist besser?

Das kommt darauf an: Teneriffa hat den Teide und extremere Vulkanlandschaften, Gran Canaria hat die Dünen von Maspalomas, eine lebendigere historische Hauptstadt und kürzere Entfernungen im Landesinneren. Beide haben Berge, Strände und mildes Klima; viele Stammgäste finden sie eher komplementär als alternativ.

Kommt der Sand von Maspalomas aus der Sahara?

Nein, das ist eine weitverbreitete, aber falsche Annahme: geologische Analysen zeigen, dass er organisch-marinen Ursprungs ist (zerkleinerte Korallen und Muscheln), angehäuft durch lokale Strömungen und Winde im Laufe der Jahrtausende.

Braucht man ein Auto?

Für das bergige Landesinnere ja, praktisch unverzichtbar: die öffentlichen Busse (guaguas) verbinden die Küstenstädte gut, erreichen aber Roque Nublo, Tejeda und Guayadeque schlecht. Die Bergstraßen sind gut, aber kurvenreich.

Was ist der „Eselsbauch“?

So heißt lokal die tiefe Wolkendecke, die oft den Norden der Insel bedeckt, einschließlich Las Palmas, während der Süden sonnig bleibt: ein Effekt der Passatwinde, die gegen die Berge stoßen. Wer garantierte Sonne sucht, ist mit einer Basis im Süden zuverlässiger dran.

Wie viel gibt man pro Tag aus?

Bei mittlerem Standard 70-130 Euro pro Tag und Person inklusive Unterkunft, vergleichbar mit den anderen großen Inseln des Archipels.

Was ist der häufigste Fehler?

Nur in den touristischen Zonen des Südens zu bleiben, ohne je in die Berge zu fahren: das Zentrum der Insel, mit dem Roque Nublo und Dörfern wie Tejeda, ist das, was Gran Canaria wirklich von einem beliebigen Badeort unterscheidet.

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